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Kurzbeschreibung des Projektes

Termine:

 

03.06.2012 bis 17.06.2012

Pro Christ regional

Ort: Festwiese Kidrontal Görlitz

16.06.2012 bis 17.06.2012, 9 - 18 Uhr

29. Darmsheimer Töpfermarkt

Ort: Sindelfingen-Darmsheim

07.07.2012

Tag der offenen Tür

Ort: Lebenshof Ludwigsdorf gGmbH Neißetalstr. 61

24.08.2012 bis 26.08.2012, 10 - 22 Uhr

18. Görlitzer Altstadtfest

Ort: Görlitz

Die Lebenshof Ludwigsdorf gGmbH ist ein sozialer Betrieb mit der Zielstellung, Jugendlichen an der ersten und zweiten Schwelle eine Chance für ihre berufliche Entwicklung zu geben, auch wenn sie die ihnen bereits vorher eingeräumten Chancen nicht genutzt haben oder nicht nutzen konnten. Es handelt sich oft um Jugendliche, die vom sozialen Sicherungssystem nicht aufgefangen sind. Mit diesen Jugendlichen produziert der soziale Betrieb in seinen Werkstätten Waren zum freien Verkauf oder fertigt im Kundenauftrag spezielle Gegenstände. Die Arbeit mit den Jugendlichen findet in einem sehr realitätsnahen Betriebsklima statt. Hier können Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss reale Berufspraxis sammeln und ihre Stärken und Schwächen erkennen. Durch die Wirtschaftsnähe des Projektes wechseln Jugendliche in Ausbildungsverhältnisse bei unseren Kooperationspartnern.

Bei unserer Zielgruppe genügt jedoch nicht nur ein wirtschaftlich innovatives Konzept. Vielmehr muss es ergänzt werden durch eine spezielle pädagogische und therapeutische Begleitung der Jugendlichen. Dieses Konzept geht von den heute veränderten Sozialisationsmustern junger Heranwachsender aus. Da diese Jugendlichen sehr früh aus dem Sozialisationsprozess in Elternhaus und Schule ausbrechen, haben sie nie die Gelegenheit gehabt, Erfahrungen zu sammeln, die Jugendliche in ihrem Alter typischerweise bereits besitzen. Wir schaffen also ein Arbeits- und „Lebens“umfeld, in dem die Jugendlichen „Sozialisationsphasen oder -prozesse nachholen“ können. Diese individuellen Erfahrungen der Jugendlichen werden in zwei Perspektiven reflektiert; zum Einen hinsichtlich ihrer Chancen und Ressourcen für die berufliche Entwicklung und zum Anderen hinsichtlich ihres Wertehorizontes. Das Gefühl, wie sich Misserfolg anfühlt, kennen die Jugendlichen, die Erfahrung jedoch, dafür die Verantwortung anzunehmen, fehlt ihnen oft. Mit wertebezogener Reflexion fordern und fördern wir die Jugendlichen. Ergänzend zur pädagogischen Begleitung unterstützen wir die Jugendlichen durch arbeitstherapeutische Maßnahmen. So gelingt es uns, den Jugendlichen auch aus der Perspektive seiner kognitiven und motorischen Fähigkeiten zu sehen.

Wir begreifen die Jugendlichen als komplexe Systeme, die in ihren Stimmungen und Handlungen von einer Vielzahl anderer Systeme abhängen. Wir konfrontieren die Jugendlichen mit sich selbst und möchten bewusst anders sein als die oft zahlreichen Maßnahmen, die die Jugendlichen durchlaufen haben, bevor sie zu uns kommen.

Unserem Glauben folgend, hat bei uns jeder Jugendliche eine Chance - einige brauchen auch zwei oder drei Chancen – und sie erhalten sie. In den letzten drei Jahren finden somit immer mehr Jugendliche zu uns, deren bisherige Sozialisation von Schul- oder Lehrabbruch, Straftaten und Drogenmissbrauch gekennzeichnet ist.

Ziel ist es den Jugendlichen neue Wege und Perspektiven aufzuzeichnen, wobei wir großen Wert darauf legen, den einzelnen Jugendlichen und seine Bedürfnisse zu sehen und nicht ein vorgefertigtes Lebenskonzept überzustülpen. Einige entscheiden sich einen neuen Start in eine Ausbildung zu wagen, andere möchten lieber gleich „richtig“ arbeiten gehen. Nach Beendigung ihrer Zeit auf dem Lebenshof sollen die Jugendlichen wissen, was sie wollen und was nicht und wie sie ihr weiteres Leben gestalten möchten und können.

Die Rahmenbedingungen für eine solche Arbeit sind schwierig, da in unserem Land nur unterstützt wird, was in die Zuständigkeit einer entsprechenden Behörde fällt. Zusätzlich muss diese Institution auch über die nötige finanzielle Ausstattung verfügen. Beides ist in Görlitz nicht der Fall. Wenn Jugendliche keine Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit oder vom Sozialamt erhalten, sind die Zugänge zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt versiegelt. Die Zahl der Jugendlichen, die sich bei uns melden und keinerlei Unterstützungsanspruch haben, steigt ständig.